Audi Hungaria.

Gebäudeautomation mit VIPA-Steuerungstechnik

Die AUDI HUNGARIA MOTOR Kft. entwickelt und produziert seit 1993 im ungarischen Györ Motoren für die AUDI AG und weitere Gesellschaften des Volkswagen Konzerns. Im Juni 2013 startete das Unternehmen zudem die Serienproduktion der Audi A3 Limousine, im Oktober folgte das neue Audi A3 Cabriolet. Die beiden Mitglieder der A3-Familie sind die ersten Audi-Modelle, die komplett am ungarischen Standort gefertigt werden. Zusätzlich werden dort künftig der Audi TT als Coupé und Roadster vom Band fahren. Dafür errichtete Audi eine neue Automobilfabrik mit vollständiger Produktionskette – vom Presswerk über Karosseriebau und Lackiererei bis zur Montage. Im neuen Werk werden jährlich 125.000 Automobile vom Band fahren.

Seit der Gründung vor über 20 Jahren hat sich die AUDI HUNGARIA MOTOR Kft. zu einem der größten Exporteure und einer der umsatzstärksten Gesellschaften des Landes entwickelt. Durch ein Investitionsvolumen von insgesamt über € 6,7 Mrd. ist Audi heute einer der wichtigsten ausländischen Investoren in Ungarn und einer der größten Arbeitgeber der Region: Das Unternehmen beschäftigt mehr als 10.000 Mitarbeiter.

VIPA steuert Teile der Gebäudeautomatisierung

Die Gebäudeautomatisierung des neuen Werkes ist zu etwa 40% mit VIPA-Steuerungen ausgerüstet. Konzeption, Prozessleittechnik und Anlagenumsetzung erfolgte durch die Firma Prozesstechnik Kropf GmbH aus dem oberfränkischen Oberkotzau. VIPA und Kropf verbindet eine langjährige Zusammenarbeit bei zahlreichen Projekten der Gebäudeautomatisierung vornehmlich im Automobilbereich. Der Schaltschrankbau für das neue Audi-Werk liegt zum Teil in fränkischer Hand: HERMOS Schaltschrankbau aus dem oberfränkischen Mistelgau. Auch hier bestehen schon langjährige Geschäftsbeziehungen zwischen VIPA und HERMOS. Noch eine Zahl zur Dimension der Automatisierungs- und Steuerungstechnik im Werk Györ: alles in allem sind hier mehr als 200 m Schaltschranklänge eingebaut worden. Von Prozesstechnik Kropf wurden in Györ folgende Bereiche mit VIPA-Steuerungen ausgestattet:

  • Die Energieverteilung und Lüftungstechnik für die Bereiche Karosseriebau, Lackiererei, Montage und Presswerk mit einem Zenon Leitsystem; allein hier sind 56 VIPA-CPUs eingesetzt.

  • Verschiedene Absauganlagen, z.B. an zwei Aluminium-Schleifanlagen innerhalb des Karosseriebaus G50 und der Logistik G50 bei der LKW-Be- und Entladung. Bei letzterem geht es um die CO-Überwachung. Zu den Aufgaben der Gebäudesteuerung gehört hier auch die Hallenklimatisierung, die Steuerung der Versorgung mit Kalt-, Kühl- und Heißwasser, Druckluft und Gas. Die Steuerungen sind in 62 Schaltschränken untergebracht, die folgende Bereiche abdecken:

    • Karosseriebau G50: 20 Be- und Entlüftungsanlagen, die auch als Rauchabzug mit Steuerung von Ventilen, Klappen und Lüftern fungieren können. Die Lüftungsleistungen bewegen sich zwischen 75.000 m³/h und 1,2 Mio. m³/h
    • Lackieranlage G60: vier Be- und Entlüftungsanlagen und eine Be- und Entlüftungsanlage für Räume im Randbau wie Büro, Kantine, SB-Shop und anderes.

Als zentrale CPUs sind die CPU 315-4NE12 für die PROFIBUS- und Ethernet-Kommunikation und die CPU 315-4PN12 für die PROFIBUS- und PROFINET-Kommunikation eingebaut. Dezentral erfolgt die Kommunikation über PROFIBUS-und Modbus-Protokolle sowie über EnOcean. Hardwaretechnisch umgesetzt wird der dezentrale Aufbau sowohl mit CPUs, Kommunikationsprozessoren und Slaves aus der VIPA 200V-Familie und Kommunikationsprozessoren und Slaves der SLIO-Familie sowie den jeweils dazu passenden digitalen und analogen Signalbaugruppen.

Für Bedienung und Beobachtung der Prozessleittechnik sind 10” Touchpanels TP610C von VIPA im Einsatz, bei denen neben dem Betriebssystem Windows® Embedded CE6.0 teilweise auch die Zenon Runtime 6.22 bereits vorinstalliert ist.

Abgerundet wird das eingesetzte VIPA-Portfolio durch PROFIBUS-Stecker mit und ohne Diagnose- LEDs sowie PROFIBUS-DP/MPI-Repeater.

Ausblick

Dieses weitere Beispiel des funktionierenden Zusammenspiels aus Prozessleittechnik und SPSSteuerungstechnik zeigt, dass die gefundene Lösung auch im sehr anspruchsvollen Bereich der Automobilfertigung zu einem erfolgreichen Ergebnis führt. Für den immer noch expandierenden internationalen Automobilmarkt erwarten beide Partner gemeinsam mit den nationalen und internationalen Automobilherstellern weitere Investitionsschübe hinsichtlich neuer Autofabriken oder Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in bestehenden Produktionsanlagen. Audi geht hier mit dem neuen Werk in Györ mit bestem Beispiel voran. Die Zukunftsaussichten scheinen jedenfalls nicht schlecht zu sein.

Genau passende Lösung mit VIPA Komponenten

Für die Auswahl der VIPA CPUs der 300S-Familie und der SLIO-Familie für die dezentralen Stationen sprachen vielfältige Gründe. Die 300SCPU-Familie verbindet die klassische kompakte 300er Bauform mit enormen Geschwindigkeitsvorteilen durch die integrierte SPEED7-Technologie. Hinzu kommt die von VIPA schon traditionell gewohnte Schnittstellenvielfalt, die das System zu einem der schnellsten und leistungsfähigsten Steuerungssysteme der Welt macht. Universell einsetzbar ist das System durch die durchgängige Programmierbarkeit mit STEP®7-Code und den VIPA-eigenen Programmiertools. Der verfügbare Arbeitsspeicher der CPU kann ohne Modultausch mit Hilfe der VIPA MCC (Memory Configuration Card) angepasst werden.

Auch für den Einsatz der VIPA SLIO-Module in Verbindung mit den schnellen SPEED7-CPUs gab es zahlreiche Argumente. Zum einen bieten auch die SLIO-Module Geschwindigkeitsvorteile durch den sehr schnellen Rückwandbus mit 48Mbit/sec-Übertragungsrate. Zum anderen bestechen sie durch die äußerst kompakte und damit platzsparende Bauform, wie die Bilder aus den Schaltschränken belegen. Fast alle gängigen Übertragungsprotokolle können dezentral übertragen werden, sodass auch einem weltweiten Einsatz nichts im Wege steht.

Die Touchpanels von VIPA mit dem vorinstalliertem Betriebssystem und teilweise vorinstallierter Runtime waren innerhalb kürzester Zeit einsatzbereit. So konnte hier einiges an Zeit eingespart werden.